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Stand: 20.11.2015

Pressemitteilung

„Den Menschen zeigen, dass sie nicht sich selbst überlassen sind“

Hatten ein offenes Ohr für die Anwohner: (von links) Jutta Baltes und Corinna Hauck.Hatten ein offenes Ohr für die Anwohner: (von links) Jutta Baltes und Corinna Hauck. Pfarrei Maria Schutz/Caritasverband für die Diözese Speyer

Einfach etwas machen und dort Präsenz zeigen, wo die Menschen sich im Abseits fühlen - das haben sich Corinna Hauck vom Caritas-Zentrum Kaiserslautern und die Sozialreferentin der Pfarrei Maria Schutz, Jutta Baltes, vorgenommen. Sie starteten im Stadtteil Betzenberg eine gemeinsame Aktion und hatten sogar kleine Überraschungen im Gepäck.

Der Betzenberg ist dicht besiedelt. Hier sind Familien, Singles und Senioren zu Hause. Die einen gut situiert, andere weniger rosig gebettet. Doch eines haben sie gemeinsam: In ihrem Viertel gibt es weit und breit kein Lebensmittelgeschäft mehr, um den täglichen Bedarf zu decken. Selbst die Sparkasse hat dicht gemacht. "Der Betzenberg ist infra-strukturell äußerst schlecht aufgestellt", sagt Corinna Hauck, Mitarbeiterin in der Gemeindecaritas des Caritas-Zentrums. "Zwar gibt es einen Lenkungskreis Betzenberg, der sich mit diesem Problem beschäftigt, aber wegen der Corona-Pandemie konnte er kaum tagen." Folglich zieht sich die Suche nach Lösungen in die Länge.

"Wir wollten zeigen, dass der Stadtteil dennoch im Blickpunkt ist und die Menschen  nicht sich selbst überlassen sind", erklärt Jutta Baltes den Hintergrund des Vorhabens, über das auch der evangelische Pfarrer der Gemeinde informiert war. Und so machten sich die beiden engagierten Frauen am 23. und 26. Juli auf den Weg, um für ein paar Stunden Betze-Luft zu schnuppern und ein offenes Ohr für die Anwohner zu haben.

Die Geschenktüten waren eine schöne Überraschung für die Anwohner und kamen sehr gut an. Die Geschenktüten waren eine schöne Überraschung für die Anwohner und kamen sehr gut an. Pfarrei Maria Schutz / Caritasverband für die Diözese Speyer

"Dafür haben wir uns einen zentralen Platz ausgesucht, an dem die meisten Leute ohnehin vorbeikommen. Auf dem Weg zum Bus, vom Spaziergang im Wald oder von der Arbeit", so Hauck. "Allerdings wollten wir nicht mit leeren Händen kommen, also haben wir uns überlegt, was wir den Menschen mitgeben könnten." Die Wahl fiel auf kleine Geschenktüten mit Impulsen, Flyern des Caritas-Zentrums und der Pfarrei. Familien mit Kindern durften sich zusätzlich über Seifenblasen und Straßenmalkreide freuen.

"Auf diese Weise konnten wir die Caritas-Beratungsangebote bekannt und auf Kirchliches aufmerksam machen", sagt Jutta Baltes. Im Laufe der Stunden hatten die insgesamt 200 Geschenktüten den Besitzer gewechselt und gleichzeitig als Türöffner für eine Unterhaltung gedient. "Dabei hat sich wieder einmal gezeigt, wie sehr die Leute unter der fehlenden Infrastruktur leiden. So gern sie auf dem Betzenberg wohnen, kein Lebensmittelgeschäft im Zugriff zu haben, stellt viele vor ein großes Problem", hat Corinna Hauck  erfahren. "Ein älterer Herr war einfach nur froh, mit jemandem reden zu können. Daran fehlt es ihm seit es im Viertel keinen Laden mehr gibt, der ja auch als Ort der Kommunikation eine soziale Funktion hat", sagt die Sozialreferentin von Maria Schutz. "Seelsorge auf der Straße, ohne missionieren zu wollen, ist eine gute und spannende Sache. Man erreicht die Menschen leichter."

Während sich die Erwachsenen zu einem Gespräch an den beiden Stehtischen einladen ließen, kam die mitgebrachte Bücherbox bei den Kindern besonders gut an. Viele haben sich was zum Lesen mitgenommen. Ein Junge war ganz fasziniert von den Bildbänden.  "Dass unsere erste gemeinsame Aktion so gut angekommen ist, freut uns natürlich sehr", ziehen Corinna Hauck und Jutta Baltes positive Bilanz und sind zuversichtlich, dass es nicht die letzte Aktion sein wird.

Text und Foto: Friederike Jung für den Caritasverband für die Diözese Speyer

 



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