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Stand: 20.11.2015

Pressemitteilung

Den Menschen muss geholfen werden

Tina Eichhorn, Frauke Kennel, Fabienne Lösch, Cornelia Machuletz, Lena Metzger, Carolin Reischmann, Merle Rosenkranz, Corina Santacruz, Luisa Seibert, Zülfiya Sol und Louisa Wolf waren oder sind alle Schülerinnen des Hohenstaufen-Gymnasiums. Die größte Gruppe stellt die Jahrgangstufe 13, drei Ehemalige sind mit von der Partie und die Jüngste im Bunde besucht die 8. Klasse. Was verbindet diese Gruppe junger Frauen und Mädchen noch? Sie engagieren sich alle miteinander sozial, und zwar so oft, dass man sich fragt, woher sie die Kraft nehmen.

Da haben sie eben noch die Auftakt-Sammlung von alt-arm-allein mitgemacht und sind am ersten Adventssamstag mit ihren Sammelbüchsen in der Fußgängerzone unterwegs gewesen oder haben den Weihnachtsmarkt der Schule verantwortlich mitgestaltet und stehen wenig später schon wieder an der Kasse im neuen Wasgau-Markt neben dem Media-Markt und verpacken den Kunden ihre Einkäufe.

Am dritten Adventswochenende und am 23. Dezember kommen insgesamt knapp über 700,- Euro zusammen. Den Erlös der ersten Aktion spenden die Mädchen für die philippinischen Flutopfer, den der zweiten für die deutschen. Und damit verraten sie schon einen Teil ihres Konzeptes: „Wir haben uns vorgenommen, für Menschen in Ländern zu spenden, denen es deutlich schlechter geht es als uns. Wir wollen aber auch diejenigen nicht vergessen, die an Oder, Elbe, Donau und anderen Flüssen in Deutschland ihr Hab und Gut verloren haben und oft lange und nicht selten vergeblich mit den Versicherungen um eine gerechte Entschädigung kämpfen. Das Ausmaß der Katastrophe hat jedoch Schäden verursacht, die nur mit zusätzlichen Geldern aus Zuschüssen und Spenden zu bewältigen sind – wenn überhaupt.“ Gerade den Beschluss, vor allem auch den deutschen Flutopfern zu helfen, hatten die Mädchen gefasst, da waren die Opfer vom Juni in keiner Nachricht mehr Gegenstand. „Als die Jahresrückblicke kamen, da wurden sie natürlich wieder genannt. Und da hatten wir – und das war ein richtig gutes Gefühl – unsere Spenden schon abgegeben.“


von links. nach recht.: Louisa Wolf / Fabienne Lösch / Luisa Seibert / Frauke Kennel / Corina Santacruz)

Was fasziniert die Jugendlichen so an den Eintüt-Aktionen? - „Diese Aktionen sind eine ganz tolle Sache. Klar, wir müssen uns in unserer Freizeit aufmachen, aber doch für einen überschaubaren Zeitraum. Wir teilen Schichten von 2 bis 3 Stunden ein und lösen einander ab. Die Kunden loben uns regelmäßig, dass wir dies tun, oder zeigen uns einfach durch ihr freundliches Verhalten, dass sie uns unterstützen wollen. So gut wie jeder lässt eine Münze – oder sogar einen Schein – in unserer Spendenbüchse verschwinden. Wir haben den Eindruck, dass gerade diejenigen froh sind um eine solche Spendensammlung, die aus den verschiedensten Gründen keine größere Spende getätigt haben. Sie sind deshalb nicht weniger der Meinung, es sollte geholfen werden, und dankbar, dass hier im Super-Markt die Hürde kleiner ist. Und die vielen kleinen Spenden ergeben insgesamt eben auch eine stattliche Summe. Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft: Wenn alle helfen, dann ist es für jeden möglich, etwas Gutes zu tun.“

Die jungen Menschen vergessen aber auch nicht, wem sie die Möglichkeit zum Helfen zu verdanken haben. „Wir dürfen nun schon seit mehreren Jahren im Wasgau-Markt an der Carl-Euler-Straße tüten. Mit der Neueröffnung am Media-Markt kam eine weitere Wirkungsstätte für uns dazu.

Die Marktleiter sind so offen und entgegenkommend. Und sie dürfen sich auf uns verlassen: Wir sind höflich und wir bedrängen auch niemanden. Es ist ein Angebot, kein Zwang.“ Einige der Mädchen freuen sich besonders, wenn ein Käufer seine eigene Verpackung mitbringt: „In eine mitgebrachte Tasche oder einen Korb Waren zu verpacken, das macht noch mehr Spaß. Da ist dann echte Nachhaltigkeit.“ Den Kontakt zum Markt haben übrigens Frau Dressing und Herr Thines von alt-arm-allein für die Schüler vom Hohenstaufen-Gymnasium hergestellt.

Dass keine unnötigen Kosten beim Einzahlen der Spenden entstehen, dafür hat schon Herr Schulz, Leiter des Caritas-Zentrums Kaiserslautern, gesorgt. Die Mädchen kennen ihn als Kassenführer von alt-arm-allein von den jährlichen Sammlungen. Caritas und Caritas international schienen ihnen die richtigen Adressen für ihr Anliegen und bei der Caritas-Geschäftsstelle wurde die schöne Summe ohne Einzahlungsgebühr entgegengenommen und weitergeleitet.

„6,- Euro Gebühr fallen an, wenn wir zur Sparkasse gehen, weil keine der Flutopfer-Hilfsorganisationen dort ihr Konto hat. Wir möchten aber, dass jeder Cent bei den Bedürftigen ankommt.“

„Es gibt nichts Gutes außer: Man tut es.“, meinen die Mädchen lächelnd.

„Erich Kästner hat einfach Recht.“

 

Herausgegeben von:
Caritasverband für die Diözese Speyer
Text:
Beatrix Merkert
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